Zimmer Buchen

Der Tischler als Koch oder „knopferter“ als die Goiserer

Griaß di, sagt man in Goisern und überhaupt sollte man sich an das freundschaftliche, keinesfalls abschätzig gemeinte „Du“ als liebevolle Ansprache im Inneren Salzkammergut schnell gewöhnen.

Also, „Griaß di“, ich bin der Willi Eberl. Ich stamme aus Eben/Pongau. Auch nicht gerade eine Weltstadt, doch allen geläufig (Autobahnauffahrt Richtung Villach). Auch dort kommt das „Du“ schnell über die Lippen.

Die ersten Schritte als „Genießer“ waren nicht schwer, Mutters hervorragende Kochkünste wurden mit einer „Haube“ belohnt. Wir vier „Maxwirt“ Gasthäusl - Kinder waren ihre ersten Fans. Und ich war Helfer, Mitstreiter, später dann Nachahmer, Kollege. Nie hat der Gedankenaustausch mit Mutter aufgehört. Bis heute.

Das Lehrziel war von Tischler, an Ermangelung eines Lehrplatzes, auf Koch gefallen und im Hubertushof in Filzmoos, bei Johanna Maier absolviert. Was soll ich sagen: Lehrjahre sind keine Herrenjahre… Kulinarisch geprägt wurde ich in der Schweiz, in Italien und Frankreich. Der Ehrgeiz trieb mich immer weiter und schließlich wieder nach Hause.

Seit 1998 wieder in Österreich, seit 2001 Vater von 2 tollen Kindern, seit 2009 Chef der Goiserer Mühle. Immer experimentierfreudig, Neuem zugewandt, niemals dem Alten abgewandt, ganz im Gegenteil. Trotzdem zu ungoiserisch, jedenfalls für die Goiserer. Sowas muss man aussitzen. Stur. Knopfert. Hat funktioniert. Jetzt bin ich der „Mühl´wirt“. Das ist ein Adelstitel. Jedenfalls in Goisern.